Die OFZ-Auktionen stehen seit Juli still: Minfins Ergebnisseite weist weiterhin den 15. Juli als letzte Auktion aus; nach dem 20. gibt es keinen weiteren Eintrag. Während der Primärmarkt für Staatsanleihen geschlossen ist, zeigt die Julibilanz des Bankensektors, was der wichtigste potenzielle Käufer künftiger Emissionen tat.

Die Banken bauten ihren OFZ-Bestand nicht auf, sondern ab

In der verkürzten analytischen Bilanz der Zentralbank zum 1. August stehen die OFZ-Bestände der Banken bei 19 189,3 Milliarden Rubel, nach 19 357,2 Milliarden einen Monat zuvor — ein Rückgang um 167,9 Milliarden im Juli. Gegenüber dem Jahresanfang liegen sie noch im Plus: Damals waren es 18 852,9 Milliarden.

Ein Bewertungseffekt ist das nicht; die Datei macht es nachvollziehbar. Auch die Anleihezeile vor Bewertung sank, von 30 793,2 auf 30 766,4 Milliarden, während die Bewertung selbst im Monat weniger negativ wurde: von −507,0 auf −499,4. Die Marktpreise entwickelten sich zugunsten der Banken, trotzdem schrumpfte der Bestand.

Unternehmensanleihen gingen im selben Monat den anderen Weg, von 6 658,4 auf 6 909,1 Milliarden.

Staatsgeld bei den Banken: 1,66 Billionen weniger als im Januar

Auf der Passivseite steht eine Zeile „Staatliche Mittel“ — Haushaltsgeld, das bei Banken liegt. Zum 1. Januar waren es 10 148,8 Milliarden, zum 1. August 8 491,2 Milliarden. Über sieben Monate sind das −1 657,7 Milliarden. Im Juli selbst stieg die Zeile um 49,9 Milliarden.

Das ist ein Liquiditätspuffer neben dem NWF, und unser Modell misst ihn nicht. Für sich genommen beweist er auch nichts. Die Zentralbank merkt an, dass im Juli Geld aus der Staatskasse abfloss (−0,2 Billionen) und in die Regionalhaushalte ging (+0,2 Billionen) — Umverteilung, nicht Ausgabe. Der Rückgang über sieben Monate passt dazu, dass das Defizit aus Guthaben gedeckt wird, solange der Anleihemarkt steht. Belegt ist es damit nicht.

Woher der Juligewinn kam

Der Nettogewinn des Sektors betrug im Juli laut Bilanz 442,5 Milliarden Rubel, im Text des Zentralbankberichts auf 443 gerundet. Aus dem operativen Geschäft kam er nicht: Die Risikovorsorge für problematische Aktiva sank von 282 auf 168 Milliarden, also um 40 Prozent, und im Firmenkundensegment um 103 Milliarden beziehungsweise 77 Prozent. Die Zentralbank formuliert es so:

„Einzelne Banken lösten Rückstellungen auf, unter anderem nachdem einige Kreditnehmer ihre Geschäftspläne an gestiegene Erlöse angepasst hatten.“

Was unser Modell davon liest

Unmittelbar nichts. Die OFZ-Platzierung haben wir am 22. August aus dem Modell genommen, und staatliche Einlagen bei Banken haben wir nie gemessen. Mittelbar berührt der Vorgang das Defizit mit 65 von 100, weiterhin der gesündeste der acht Indikatoren, und den liquiden NWF mit 28 von 100.

Der Mechanismus ist für das Szenario relevant, in dem die Kreditaufnahme wieder anläuft. Der Puffer, mit dem eine Bank neue Emissionen aufnehmen könnte, wurde im Juli nicht größer, sondern kleiner: Das bilanzielle Eigenkapital des Sektors sank von 22 330,8 auf 21 826,5 Milliarden. Nach oben zog ihn nur eine Zeile — derselbe Gewinn, entstanden durch das Auflösen von Rückstellungen und nicht durch Verdienen —, und die angesetzten 0,9 Billionen Dividenden nahmen mehr als das Doppelte heraus. Die übrigen Indikatoren stehen auf dem Monitor.

Was wir nicht wissen

Die Datei zeigt nicht, wie viel der 167,9 Milliarden auf Tilgungen und wie viel auf Verkäufe entfällt: Eine Aufteilung fehlt. Ebenso fehlt die Unterscheidung zwischen systemrelevanten Banken und dem Rest. Ob die Zeile „Staatliche Mittel“ auch Gelder der Regionalhaushalte enthält, ist nicht erkennbar — und das würde die Einordnung der Zahl verändern. Augustdaten gibt es erst Ende September.