M2 ist die breite Geldmenge. Der Monitor verfolgt ihre Wachstumsrate im Jahresvergleich, weil eine Beschleunigung zeigen kann, dass sich die Finanzierung eines wachsenden Defizits verändert.
Warum Geldschöpfung für sich genommen beobachtenswert ist
Fallen die Öl- und Gaseinnahmen, kann sich das Haushaltsdefizit ausweiten. Decken OFZ-Auktionen den Finanzierungsbedarf nicht, führt ein verbleibender Weg über Staatsbanken, die ihre Kreditvergabe ausweiten, statt echte private Ersparnisse zu kanalisieren. Erzwungene Anleihekäufe von Banken können Auktionen gesund aussehen lassen und dabei das Defizit monetisieren, doch das daraus entstehende Wachstum der Geldmenge bleibt in der eigenen Reihe der Zentralbank sichtbar. Deshalb ist M2 für den Monitor der Notenpressen-Detektor.
Wie die Zahl aufgebaut wird
Der Messwert ist die Wachstumsrate der breiten Geldmenge im Jahresvergleich, direkt aus der eigenen Reihe der Zentralbank. Stellt eine Quelle die Veröffentlichung ein, protokolliert der Monitor die Lücke als Verfügbarkeitsereignis, statt stillschweigend einen Wert fortzuschreiben oder zu interpolieren.
Wo die Anker herkommen
100 markiert eine Wachstumsrate von 10 % im Jahr — den gemessenen Durchschnitt 2015–2021, vor dem Krieg. 0 markiert 30 % im Jahr, die registrierte Schwelle für eine Verschiebung hin zu monetisierten Defiziten. Beide wurden vor jeder Messung registriert; die vollständige Begründung steht auf der Methodik-Seite.
Was schnelleres Geldmengenwachstum nicht bedeutet
Ein beschleunigter M2-Messwert ist kein Beweis dafür, dass eine bestimmte Transaktion durch Geldschöpfung finanziert wurde; er ist ein statistisches Signal, keine forensische Spur einer einzelnen Zahlung. Zusammen mit den anderen Indikatoren gelesen, kann er eine Verschiebung bei der Finanzierung des Defizits zeigen, ohne jede Veränderung der breiten Geldmenge dieser Ursache zuzuschreiben. Deshalb behandelt der Monitor M2 als Detektor und nicht als Urteil.