Neben der föderalen Regierung führen Russlands Regionen eigene Haushalte. Schwächt sich ihr konsolidierter Saldo ab, kann die Belastung am Ende wieder vor der Tür der föderalen Regierung landen. Deshalb nennt der Monitor die Regionalhaushalte die zweite Front des Haushalts.

Wie die Zahl aufgebaut wird

Anhang 6 des Monatsberichts von Minfin liefert den konsolidierten Saldo aller Regionalhaushalte Russlands, zusammengerechnet. Wie beim Bundesdefizit wird die Zahl kumuliert ab Jahresbeginn veröffentlicht, also entkumuliert und über zwölf Monate gerollt. Sie bleibt in Rubel und wird nicht deflationiert, denn beide registrierten Anker sind Geld in denselben Einheiten — hier stellt sich nicht die Frage nach Rate oder Niveau wie bei der Inflation.

Wo die Anker herkommen

100 markiert den Überschuss von 2021, 0,66 Bio. ₽, das letzte volle Vorkriegsjahr, in dem die Regionalhaushalte in der Summe einen kleinen Überschuss erzielten. 0 markiert ein Defizit von 2,5 Bio. ₽, etwa 1,1 % des BIP. Beide wurden vor jeder Messung festgelegt; die Begründung steht auf der Methodik-Seite.

Warum die Regionalfinanzen für den Bundeshaushalt wichtig sind

Ein wachsendes Regionaldefizit kann zusätzlichen Druck auf denselben Bundeshaushalt ausüben, der bereits über das Defizit und die Öl- und Gaseinnahmen verfolgt wird. Das ist der begrenzte Sinn der Bezeichnung die zweite Front des Haushalts: Sie bezeichnet keine eigenständige Front.

Was ein wachsendes Regionaldefizit nicht bedeutet

Ein schwächerer Regionalwert sagt für sich genommen nicht, welche Regionen am stärksten unter Druck stehen oder warum — die Zahl ist ein landesweiter Aggregatwert, keine Aufschlüsselung nach Regionen. Was sie zum Monitor beiträgt, ist ein zweiter Blick auf den Haushaltsdruck unterhalb der Bundesebene. Der Wert wird zusammen mit den übrigen sieben Indikatoren gelesen, nicht isoliert.